Da haben wir nun also den Salat

Gesunde Ernährung ist bei Diabetes-Erkrankungen das A und O. Foto: PR
Gesunde Ernährung ist bei Diabetes-Erkrankungen das A und O. Foto: PR | BloodAndSugar.de – der Diabetes-Blog

Nun, ja. Das Kind ist also in den Zuckerbrunnen gefallen. Und jetzt haben wir den Salat – auf den ich gleich noch näher eingehen werde. Die Diagnose Altersdiabetes lässt erst einmal das große „P“ in den Augen leuchten.

Das war’s also. Als Nahrung winken nur noch grüne Salatblätter, mit ein bisschen Glück sind die auch mal dunkelrot gefärbt. Und das Ganze fünf- bis achtmal täglich in kleinen Portionen. Wenig bunte Aussichten für die Zukunft, dachte ich nach der Diagnose. Dabei waberten in einem dichten Diabetesnebel die Erinnerungen an meine vor fast vier Jahrzehnten erkrankte Mutter, die bis zu ihrem Tod alle Konsequenzen der Zuckerkrankheit durchlebte. Das große „P“ in den Augen schien also mehr als gerechtfertigt.

Diabetes. Was tun, sprach Zeus

Dennoch stellten meine beste Ehefrau von allen und ich uns die entscheidende Frage: Was tun, sprach Zeus? Ehrlich gesagt kam vom höchsten Gott im Olymp keine Antwort. Wie auch, der hatte mit seinem ganzen Göttertrunk und den göttlichen Speisen damals sicherlich keine Diabetesprobleme. Wobei: Götterspeise ist höchst, ich betone „höchst“, zuckerhaltig. Und eines meiner Lieblingsdesserts – in grün bitte. Doch auch damit war es erledigt. Und die auch von den Krankenkassen, die ja jetzt Gesundheitskassen heißen, gern gesehene Diabetesschulung, von der wir uns Rat erhofften, noch in weiter Ferne.

Doch warum bei Ratlosigkeit den Kopf in den Sand stecken, wenn man gute Freunde und Bekannte hat. Da fiel uns – wie von einem Götterpfeil getroffen – Eva Maria ein. Auch wenn ihre Berufsbezeichnung „Oecotrophologin“ eher wie eine Krankheit klingt, war dieses Wort, das auch die Ernährungsberatung umschreibt, für uns eine Art Verheißung in der Diabetesnot. Also, zum Telefonhörer gegriffen, die Rufnummer ihrer kleinen Praxis gewählt und ihrem Anrufbeantworter erzählt, was meine Bauchspeicheldrüse so von sich gab.

Entspannung in den Mienen

Wenige Tage später dann der Besuch bei Eva Maria. Entspannt zurücklehnen, ein wenig die Krankheitsgeschichte und die Vorbelastung erzählen (wir erinnern uns: ein Elternteil an Diabetes erkrankt bedeutet für die Kinder 60 Prozent Diabetesrisiko), die schlechten Ernährungsgewohnheiten aufzählen (quasi ein Stück Selbsterkenntnis) und dann im Dialog die eigene Zukunft ausspähen. Nach zwei Stunden Entspannung in den Mienen von mir und meiner Frau. Der dichte Diabetesnebel war bereits ein wenig verzogen. Optimismus statt Frust hatte Einzug gehalten. Zur herzlichen Verabschiedung gab es noch ein paar Rezepte und viele Tipps mit auf den Weg. Und man lese und staune: unter den Rezepten war kein Salat (den haben wir dann später beim Low-Carb-Kochkurs lecker zubereitet, wie ich später berichten werde).

Das Leben ging also tatsächlich weiter. Wobei ich nicht verschweigen will, dass wir unsere Ernährung erheblich verändert haben – auch wenn wir nie die Burger- oder Fast-Food-Freaks waren. Ganz wichtig war aber auch ein Satz, den Eva Maria uns mit auf den Weg gab: Gönnt Euch einmal in der Woche auch mal was Leckeres, was ihr gerne essen mögt. Machen wir seither. Und diese Mahlzeit ist ein gar göttliches Festmahl (auch, wenn Zeus nicht gesprochen hat).

Wie es weitgegangen ist, das berichte ich in Kürze.

Schreiben Sie mir, wie es Ihnen mit Diabetes Typ 2 ergeht.

© 2019 Hans-Jürgen Amtage | Minden

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Drei D – die Diabetes-Diagnose

Die Ergebnisse der Blutabnahme waren eindeutig: Diabetes Typ 2. Mein Blut war nahezu Zucker pur. Foto: PR | BloodAndSugar - der Diabetes-Blog
Die Ergebnisse der Blutabnahme waren eindeutig: Diabetes Typ 2. Mein Blut war nahezu Zucker pur. Foto: PR

Shit! Ich hatte es geahnt. Das häufige Rennen zu dem Ort, den selbst Kaiser und Könige zu Fuß besuchen. Der ständige Durst. Die Abgeschlagenheit in den vergangenen Wochen, die ich sonst gar nicht kannte. Da war was im Busche.

Die Blicke in den Spiegel und in den Terminkalender taten ihr Übriges. Beim Ersteren erkannte ich eindeutig einen zwar äußerst sympathischen, aber ebenso „fülligen“ Menschen, der es in den vergangenen sechs Jahrzehnten nicht versäumt hatte, gerne zu essen, viele Süßigkeiten zu vernaschen, Säfte mit dem hohen C zu genießen und sich hin und wieder ein schönes Glas Rotwein zu gönnen – dieses aber durchaus in Maßen. Der zweite Blick dann zeigte, dass der Kalender zwar äußerst gut gefüllt war, nur die Worte „Sport“ oder „Bewegung“ kamen gar nicht darin vor. Von dem regelmäßigen Termin „Bouleabend“ einmal abgesehen. Aber dort gab und gibt es auch leckeren Wein …

Mit anderen Worten: ich war sozusagen Spitzenkandidat für jene Zivilisationserkrankung, die da Diabetes Typ 2 heißt. Hinzu kommt, dass meine Mutter Diabetikerin war und ich somit schon mal eine Erkrankungswahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent mit mir herumschleppte.

„Du hast Altersdiabetes“

So war es nicht verwunderlich, dass der Hausarzt wenige Stunden nach meiner frühmorgendlichen Bitte „Kannst Du mir mal Blut abnehmen“ zum Telefonhörer griff, meine Telefonnummer wählte und mir die Nachricht mit den drei D (die Diabetes-Diagnose) mitteilte: „Du kommst sofort in die Praxis, holst Dir ein Rezept und beginnst noch heute Abend mit dem Einnehmen von Metformin®.“ Quasi dem Klassiker unter den Medikamenten bei Diabetes Typ 2.

Wie die Blutzuckerwerte an dem Morgen aussahen, will ich mal dahingestellt lassen. Man könnte sie mit jenseits des Vorstellbaren bezeichnen. Was mich aber noch mehr entsetzte, war die Aussage meines Hausarztes: „Du hast Altersdiabetes.“ Gerade 60 geworden, ordne ich mich eher den Jungspunden zu. Aber so wird die Erkrankung nun einmal gerne im Alltag bezeichnet: Altersdiabetes.

Was tun mit dieser Diagnose?

Was tun mit dieser Diagnose, fragte nicht nur ich mich. Auch meine beste Ehefrau von allen beschäftigte sich mit dieser Frage. Was darf noch gegessen werden, war dabei eine nicht unwesentliche Fragestellung, die der Arzt zumindest schon einmal dahingehend beantwortete, indem er darauf verwies, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Brot und Süßes massiv zu reduzieren oder gar ganz darauf zu verzichten. Ausgerechnet Kartoffeln, Brot und Süßes. Praktisch die Top-Drei Nahrungsmittel auf meinem Speiseplan.

Während ich meiner neuen Lieblingsbeschäftigung nachging, viermal pro Tag Blutzucker zu messen, begann parallel das Recherchieren – eine weitere Lieblingsbeschäftigung für mich als Journalisten. Gedrucktes und Digitales zum Thema Diabetes wurde in Massen konsumiert. Vieles davon weniger hilfreich und eher irreführend.

Abhilfe schaffen im Dickicht der Diabetesinformationen könnte der vom Hausarzt empfohlene Diabetes-Kurs an sieben Abenden. Doch bis der begann, sollte es noch fast acht Wochen dauern. Da hatte meine beste Ehefrau von allen einen rettenden Einfall. Quasi das Erste-Hilfe-Paket für einen Neudiabetiker wie mich.

Wie es weitergeht? In Kürze hier im Diabetes-Blog BloodAndSugar.

Schreiben Sie mir, wie es Ihnen mit Diabetes Typ 2 ergeht.

© 2019 Hans-Jürgen Amtage | Minden

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