Drei D – die Diabetes-Diagnose

Die Ergebnisse der Blutabnahme waren eindeutig: Diabetes Typ 2. Mein Blut war nahezu Zucker pur. Foto: PR | BloodAndSugar - der Diabetes-Blog
Die Ergebnisse der Blutabnahme waren eindeutig: Diabetes Typ 2. Mein Blut war nahezu Zucker pur. Foto: PR

Shit! Ich hatte es geahnt. Das häufige Rennen zu dem Ort, den selbst Kaiser und Könige zu Fuß besuchen. Der ständige Durst. Die Abgeschlagenheit in den vergangenen Wochen, die ich sonst gar nicht kannte. Da war was im Busche.

Die Blicke in den Spiegel und in den Terminkalender taten ihr Übriges. Beim Ersteren erkannte ich eindeutig einen zwar äußerst sympathischen, aber ebenso „fülligen“ Menschen, der es in den vergangenen sechs Jahrzehnten nicht versäumt hatte, gerne zu essen, viele Süßigkeiten zu vernaschen, Säfte mit dem hohen C zu genießen und sich hin und wieder ein schönes Glas Rotwein zu gönnen – dieses aber durchaus in Maßen. Der zweite Blick dann zeigte, dass der Kalender zwar äußerst gut gefüllt war, nur die Worte „Sport“ oder „Bewegung“ kamen gar nicht darin vor. Von dem regelmäßigen Termin „Bouleabend“ einmal abgesehen. Aber dort gab und gibt es auch leckeren Wein …

Mit anderen Worten: ich war sozusagen Spitzenkandidat für jene Zivilisationserkrankung, die da Diabetes Typ 2 heißt. Hinzu kommt, dass meine Mutter Diabetikerin war und ich somit schon mal eine Erkrankungswahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent mit mir herumschleppte.

„Du hast Altersdiabetes“

So war es nicht verwunderlich, dass der Hausarzt wenige Stunden nach meiner frühmorgendlichen Bitte „Kannst Du mir mal Blut abnehmen“ zum Telefonhörer griff, meine Telefonnummer wählte und mir die Nachricht mit den drei D (die Diabetes-Diagnose) mitteilte: „Du kommst sofort in die Praxis, holst Dir ein Rezept und beginnst noch heute Abend mit dem Einnehmen von Metformin®.“ Quasi dem Klassiker unter den Medikamenten bei Diabetes Typ 2.

Wie die Blutzuckerwerte an dem Morgen aussahen, will ich mal dahingestellt lassen. Man könnte sie mit jenseits des Vorstellbaren bezeichnen. Was mich aber noch mehr entsetzte, war die Aussage meines Hausarztes: „Du hast Altersdiabetes.“ Gerade 60 geworden, ordne ich mich eher den Jungspunden zu. Aber so wird die Erkrankung nun einmal gerne im Alltag bezeichnet: Altersdiabetes.

Was tun mit dieser Diagnose?

Was tun mit dieser Diagnose, fragte nicht nur ich mich. Auch meine beste Ehefrau von allen beschäftigte sich mit dieser Frage. Was darf noch gegessen werden, war dabei eine nicht unwesentliche Fragestellung, die der Arzt zumindest schon einmal dahingehend beantwortete, indem er darauf verwies, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Brot und Süßes massiv zu reduzieren oder gar ganz darauf zu verzichten. Ausgerechnet Kartoffeln, Brot und Süßes. Praktisch die Top-Drei Nahrungsmittel auf meinem Speiseplan.

Während ich meiner neuen Lieblingsbeschäftigung nachging, viermal pro Tag Blutzucker zu messen, begann parallel das Recherchieren – eine weitere Lieblingsbeschäftigung für mich als Journalisten. Gedrucktes und Digitales zum Thema Diabetes wurde in Massen konsumiert. Vieles davon weniger hilfreich und eher irreführend.

Abhilfe schaffen im Dickicht der Diabetesinformationen könnte der vom Hausarzt empfohlene Diabetes-Kurs an sieben Abenden. Doch bis der begann, sollte es noch fast acht Wochen dauern. Da hatte meine beste Ehefrau von allen einen rettenden Einfall. Quasi das Erste-Hilfe-Paket für einen Neudiabetiker wie mich.

Wie es weitergeht? In Kürze hier im Diabetes-Blog BloodAndSugar.

Schreiben Sie mir, wie es Ihnen mit Diabetes Typ 2 ergeht.

© 2019 Hans-Jürgen Amtage | Minden

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BloodAndSugar
Hans-Jürgen Amtage, Jahrgang 1958, erwischte es Ende 2018. "Du hast Altersdiabetes", eröffnete ihm der Hausarzt. Im Diabetes-Blog BloodAndSugar beschreibt der Journalist wie die Diagnose den Alltag umkrempelte und seinen Umgang mit der Erkrankung des Typs 2. Er informiert, gibt Tipps und lässt Experten zu Wort kommen.

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